Isabella Schicktanz
Tanzt der Körper, gerät die Seele in Bewegung

Vergleich der Einraumbeuten - eine persönliche qualitative Einschätzung

In einigen Foren, in denen es Beiträge zur Einraumbeute von Mellifera gibt, wird immer der hohe Preis bemängelt. Ich finde auf Anhieb natürlich auch, dass 349 € zzgl. Versand bei Mellifera ein stolzer Preis ist, aber dieser lässt sich einfach erklären. Ich habe Einraumbeuten von vier Herstellern gesehen bzw. im Einsatz und möchte deshalb einen kleinen Beitrag zur Qualität und Verarbeitung erstellen - als Votum für den höheren Preis.

Zusätzlich vergleiche ich passende Rähmchen auf einer weiteren Seite.

 
Einraumbeute von Mellifera (für mich die beste Wahl)

349 € erscheint zunächst sehr hoch – besonders im Vergleich zu anderen herkömmlichen Magazinbeuten aus Holz. Aber vergessen darf man nicht:

  • Im Lieferumfang sind die zusammengebaute Beute (kein Bausatz), 21 Rähmchen mit Abstandhaltern, die Kräuterfirnis zum Anstreichen, zwei Trennschiede, das Bio-Wachstuch und der Blechdeckel. Andere Hersteller bieten nur den Korpus an, Rähmchen usw. muss man sich noch dazukaufen.
  • Die Qualität ist meiner Meinung nach mit Abstand am besten. Dies bezieht sich auf das Material (Korpus und Rähmchen sind mit keinen anderen Produkten vergleichbar), die Holzart (Weymouth-Kiefer), die Verarbeitung und die Dicke. In diesem Fall kann ich ganz klar sagen: die Qualität sieht man wirklich auf Anhieb.
  • Die Beute wird in einer Behindertenwerkstatt (Lebensgemeinschaft Bingenheim) und in Deutschland angefertigt. Damit unterstützt man gleichermaßen die Lebensgemeinschaft und den gemeinnützigen Verein und die Löhne in Deutschland sind eben auch höher als in manch´ anderen Ländern.
  • Ein Nachteil: die Beuten werden nur einmal im Winter produziert und zwischen Ende Januar und April ausgeliefert. Danach muss man wieder bis zur nächsten Saison warten.


Einraumbeute von fribin

Die Einraumbeuten (235 €) und Ableger- sowie Wabenkästen von fribin haben auch eine wirklich gute Qualität, kommen fast an die von Mellifera ran.

Der Preis ist niedriger, aber die Rähmchen fehlen, das Wachstuch, die Kräuterfirnis und ebenso die Schiede. Wenn ich das alles nachkaufe, bin ich bei einem ähnlichen Preis wie Mellifera. Allerdings bekomme ich die Beute das ganze Jahr über (manchmal mit etwas längerer Wartezeit). Es gibt einen Shop vor Ort, so dass man die Bienenwohnung auch anschauen kann.

Die Einraumbeute von fribin ist nicht ganz baugleich (hat z.B. keine Revisionsklappe, dafür aber einen Varroadiagnoseboden) und wäre meine zweite Wahl.


Einraumbeute von Bienen-Janisch

Die Einraumbeute gibt es „einfach“ schon für 156 € oder für 199 € mit Fenstern zum Reinschauen. Die Qualität ist auch gut, aber nicht ganz so gut wie die von fribin (etwas, finde ich). Auch hier fehlen die Rähmchen, das Wachstuch, der Schied, die Kräuterfirnis und auch der Metalldeckel. Dafür ist eine Futtertasche dabei und ein Absperrgitter und zwei Anflugbretter (zusätzlich einen Varroaboden mit Einschublade).

Bienen-Janisch hat auch das größte Sortiment an Zusatzmaterial für die Einraumbeute (Yippee), das ich mir regelmäßig als Erweiterungen für meine Beuten kaufe. Leider sind die Versandkosten aus Österreich immer etwas hoch (besonders bei der Beute an sich) – muss man einfach berücksichtigen.


Die Rütli-Einraumbeute

Die Rütli-Einraumbeute kostet 219 €, ist bei Holtermann erhältlich und weicht qualitativ sehr stark von den zuvor genannten Herstellern/Verkäufern ab. Auch hier fehlen die Rähmchen, das Wachstuch, der Schied und die Kräuterfirnis.

Wenn man einmal eine Einraumbeute der oberen Hersteller in der Hand, vor Augen oder angehoben hatte, dann kann man bei dieser Beute nur müde lächeln. Die ist unglaublich leicht, die Wände extrem dünn und bei den dünnen Rähmchen (als Zusatzmaterial zu kaufen) frage ich mich, wie die eine volle Honigwabe von knapp drei Kilos halten sollen.

Bitte nicht falsch verstehen: wenn dies die erste Beute gewesen wäre, die ich gesehen hätte, dann würde ich sicher annehmen, dass alles gut ist und dies so sein muss. Aber im Vergleich zu Mellifera, fribin und Janisch fehlen einem bei Rütli nur die Worte.

Nur zum Vergleich: die Rütli wiegt komplett mit allem und Blechdeckel 14kg. Soviel wiegt alleine der leere Mellifera-Korpus ohne Boden und ohne alles.